Werbellinsee-Regatta von Stahl Finow lockt 400 Aktive und mehr als 300 Zuschauer an

Schon am frühen Samstagmorgen liegt eine besondere Spannung über dem Werbellinsee. Dort, wo sonst Ausflügler den Blick über das Wasser genießen, gleiten an diesem Wochenende Rennboote an die Startlinie. Paddel tauchen ein, Kommandos hallen über den See, am Ufer verfolgen Familien, Vereinsmitglieder und Kanuinteressierte jeden Zieleinlauf. Die Werbellinsee-Regatta des Vereins Stahl Finow ist auch in diesem Jahr zu einem Treffpunkt der Kanuszene geworden.

Rund 400 Starterinnen und Starter aus 15 Vereinen aus Brandenburg und Berlin kamen an den Barnimer See. Damit wurde die Regatta nicht nur zu einem sportlichen Kräftemessen, sondern auch zu einem wichtigen Gradmesser für den Beginn der neuen Saison. Besonders für die jüngsten Sportlerinnen und Sportler bedeuteten die Rennen mehr als Platzierungen und Zeiten. Für viele von ihnen waren es die ersten Erfahrungen auf offenem Wasser. Dazu gehören Wind, Wellen, langen Strecken und die besondere Atmosphäre eines großen Wettkampfes.

„Über Samstag und Sonntag konnten unsere Nachwuchsathletinnen und -athleten wichtige Lernfortschritte für die beginnende Saison und die Landesmeisterschaft in Wusterwitz sammeln“, erklärt Julia Hannaske, Trainerin bei Stahl Finow. Gerade diese frühen Regattaerfahrungen seien für die Entwicklung der jungen Kanutinnen und Kanuten wertvoll: Sie lernen, mit Nervosität umzugehen, auf wechselnde Bedingungen zu reagieren und im Boot Verantwortung zu übernehmen.

Doch die Werbellinsee-Regatta war nicht allein Bühne für den Nachwuchs. Auch Seniorinnen und Senioren sowie erfahrene Leistungssportlerinnen und Leistungssportler maßen sich in den verschiedenen Wettbewerben. Gefahren wurde im Einer, Zweier und Vierer, hinzu kamen Staffelrennen, die dem Publikum am Ufer besonders viel Spannung boten. Über beide Wettkampftage hinweg verfolgten knapp über 300 kanubegeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer die Rennen.

Der sportliche Höhepunkt folgte am Samstagabend mit dem Canadier-Achter. Begleitet von einem Drohnenflug entwickelte sich das Rennen zu einem eindrucksvollen Schauspiel auf dem Wasser. In dem gemischten Wettbewerb mit Frauen und Männern setzte sich Stahl Finow durch. Wenn acht Athletinnen und Athleten gleichzeitig beschleunigen, das Boot Fahrt aufnimmt und hinter ihm sichtbare Fahrrinnen entstehen, wird greifbar, warum dieser Wettbewerb das Publikum immer wieder begeistert. Geschwindigkeit, Leidenschaft und Energie verbinden sich zu einem Bild, das lange in Erinnerung bleibt.

Für Stahl Finow war die Regatta damit nicht nur sportlich ein Erfolg. Sie zeigte auch, wie lebendig der Kanusport in der Region ist und wie stark Vereinsarbeit von Gemeinschaft getragen wird. „Die Regatta war ein voller Erfolg, an dem auch die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer einen gewichtigen Anteil haben“, sagt Julia Hannaske abschließend.

Ohne dieses Engagement am Start, am Ziel, bei der Organisation, der Betreuung der Sportlerinnen und Sportler und am Ufer wäre ein Wettkampf dieser Größe kaum möglich. So wurde der Werbellinsee für zwei Tage zu dem, was ihn für den Kanusport im Barnim besonders macht: eine große Bühne für Teamgeist, Nachwuchsförderung und beeindruckende Rennen.

Geschrieben von Kay Brandenburg