Mit der zweiten Werbellinsee-Regatta des Jahres beendet der SV Stahl Finow eine erfolgreiche Kanusaison. Maßstab dafür sind jedoch nicht allein Medaillen und Platzierungen, sondern vor allem die beeindruckende Entwicklung der jungen Sportlerinnen und Sportler auf dem Wasser und als Team.

Die Wettkampfboote mit Fahrerinnen und Fahrer liegen aufgereiht an der Startlinie bereit. Auf dem Wasser herrscht gespannte Ruhe und am Ufer fiebern Mannschaften, Trainer und Familien mit. Dazu ein Wetter, wie es sich Kanusportler für einen Wettkampftag kaum besser wünschen könnten. Nach einer Saison, in der kräftiger Wind und bei einigen Wettkämpfen sogar stürmische Bedingungen zusätzliche Herausforderungen mit sich brachten, zeigte sich das Wetter beim letzten Paddelwettkampf des Jahres von seiner besten Seite. Es sollte der passende Rahmen für einen besonderen Saisonabschluss werden.

„Rund 160 Kinder gingen bei der Werbellinsee-Regatta an den Start und maßen sich in zahlreichen Kanu- und Canadier-Wettkämpfen. Einen beachtlichen Anteil des Teilnehmerfeldes stellte der SV Stahl-Finow: „Etwa jedes vierte teilnehmende Kind gehörte zu unserem Verein“, berichtet Julia Hannaske, Kanu-Trainerin beim SV Stahl-Finow.

Doch die große Zahl der Stahl-Finower Starter erzählt nur einen Teil der Geschichte dieser Regatta und dieser Saison.

„Gerade beim letzten Wettkampf konnten wir sehen, wie viel in den vergangenen Monaten passiert ist. Die Bewegungsabläufe sind sicherer geworden, die Technik hat sich verbessert und das Vertrauen der Kinder in die eigenen Fähigkeiten ist gewachsen. Vor allem aber ist aus vielen einzelnen Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportlern immer stärker eine Gemeinschaft geworden“, so Trainerin Linda Lingstädt.

Auch sportlich zeigte sich diese Entwicklung. Die Altersklassen B und C erreichten in der Gesamtwertung einen hervorragenden zweiten Platz unter sieben teilnehmenden Vereinen aus Brandenburg und Berlin.

Ein starkes Ergebnis, welches jedoch weit mehr ausdrückt als nur eine Platzierung. Während der Regatta war immer wieder zu beobachten, wie sich die Kinder vor ihren Rennen Mut machten, sich gegenseitig anfeuerten und anschließend füreinander da waren. Wer gerade nicht selbst im Boot saß, fieberte am Ufer mit den Mannschaftskameradinnen und Mannschaftskameraden mit. Erfolge wurden gemeinsam gefeiert, schwierige Rennen gemeinsam verarbeitet.

Genau darin zeigt sich vielleicht am deutlichsten, was in dieser Saison entstanden ist. Die Kinder sind nicht nur sportlich stärker geworden. Sie sind zu einem Team zusammengewachsen.

Einen wichtigen Anteil daran hatten auch die beiden Trainingslager in diesem Jahr. Bereits das Trainingslager im Frühjahr gab vielen Kindern einen deutlichen Entwicklungsschub. In den Sommerferien folgte das zweite gemeinsame Trainingslager.

Mehr Zeit auf dem Wasser bedeutet mehr Möglichkeiten, intensiv an Technik, Ausdauer und Sicherheit zu arbeiten. Doch ein Trainingslager ist weit mehr als zusätzliches Training. Gemeinsame Trainingseinheiten, kleine und große Erfolgserlebnisse, der eine oder andere schwierige Moment und vor allem viel gemeinsam verbrachte Zeit sorgen dafür, dass Zusammenhalt entsteht.

Dabei spielt auch die Zeit abseits des Wassers eine wichtige Rolle. Ohne die Ablenkung durch Smartphones, Tablets oder Konsolen erleben die Kinder Gemeinschaft unmittelbar. Sie verbringen Zeit miteinander, unterstützen sich und lernen sich auch außerhalb des Trainings besser kennen.

„Die Trainingslager sind für die Entwicklung der Kinder ein echtes Sprungbrett. Dort können wir sportlich intensiver arbeiten, gleichzeitig entstehen aber auch Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen. Diese Werte lassen sich im regulären Trainingsalltag nur schwer in derselben Intensität vermitteln. Im Wettkampf merken wir dann, welchen Einfluss dieser Teamgeist haben kann“, erläutert Julia Hannaske.

So endet die Wassersaison für den SV Stahl-Finow mit einem erfolgreichen Wettkampf und vielen persönlichen Fortschritten der jungen Kanutinnen und Kanuten. Vor allem aber endet sie mit dem Gefühl, in den vergangenen Monaten gemeinsam etwas aufgebaut zu haben.

Und auch wenn der letzte Paddelwettkampf des Jahres nun Geschichte ist, beginnt nun die Vorbereitung auf die kommende Saison. Die Wintermonate werden genutzt, um weiter an Kraft, Kondition und Technik für die nächste Wassersaison zu arbeiten. Mit neuen Zielen und mit neuen Herausforderungen. Und vor allem mit einem Team, das inzwischen weiß, wie viel sich gemeinsam erreichen lässt.